KI im Verkauf

Nachrichten mit KI schreiben, die nicht nach KI klingen

Phil · 30. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: KI-Nachrichten wirken oft zu glatt, zu lang und zu förmlich. Gib der KI genaue Angaben zu dir und zur Situation. Lies den Entwurf danach laut und streich alles, was du so nie sagen würdest. Am Ende steht deine Nachricht, nicht die der KI.

Warum man KI-Texte so schnell erkennt

Vielleicht hast du selbst schon eine Nachricht bekommen und sofort gedacht: Das hat eine KI geschrieben. Schwer zu sagen, warum, aber es fühlt sich nicht nach dem Menschen an, der sie geschickt hat.

Das liegt an ein paar Mustern, die KI-Programme gern benutzen. Wenn du sie kennst, fallen sie dir überall auf. Und du kannst sie in deinen eigenen Nachrichten vermeiden.

Woran du einen KI-Text erkennst

MerkmalSo sieht es ausBesser
Zu viel Begeisterungviele Ausrufezeichen, große Worte, Sätze wie aus einer Werbungruhig schreiben, so wie an eine Freundin
Floskeln am Anfangeine höfliche Formel, die nichts sagt, etwa die Hoffnung, dass die Nachricht dich gut erreichtdirekt mit dem Menschen anfangen
Immer drei Dingeauffällig oft genau drei Eigenschaften oder Vorteileein Punkt, der dir wirklich wichtig ist
Lange Gedankenstricheder lange Strich mitten im Satz; im Handy tippt ihn kaum jemandPunkt oder Komma
Zu lang und zu vollständigdie KI will alles erklärenzwei oder drei Sätze
Werbewörtertypische Prospektwörter, die sofort Misstrauen weckenschlichte Alltagssprache

Gerade im Network Marketing wollen die meisten den Eindruck von Werbung vermeiden. Deshalb lohnen sich zwei Minuten Überarbeitung.

So gibst du der KI bessere Angaben

Je mehr die KI über dich und die Situation weiß, desto besser passt der Entwurf. Fünf Angaben machen den größten Unterschied:

  • Wer schreibt: Beschreib kurz, wie du schreibst. Zum Beispiel: „Ich schreibe locker und kurz.“
  • An wen: Sag, wie gut ihr euch kennt. Eine frühere Kollegin braucht einen anderen Ton als eine enge Freundin.
  • Wozu: Was soll die Nachricht erreichen? Oft ist das nur: wieder in Kontakt kommen.
  • Wie lang: Gib eine klare Grenze vor, etwa höchstens drei Sätze.
  • Was nicht hinein soll: Schreib dazu, was du nicht willst. Zum Beispiel kein Produkt, keine Ausrufezeichen und keine Gedankenstriche.

Wenn du magst, gib der KI auch zwei Nachrichten, die du selbst geschrieben hast. Daran erkennt sie deinen Ton am besten. Echte Namen und private Details deiner Kontakte lässt du dabei weg.

Eine Vorlage zum Kopieren:

```markdown
Schreib eine kurze Nachricht an eine frühere Kollegin, mit der ich lange
keinen Kontakt hatte. Ich schreibe locker und kurz. Ziel: wieder in Kontakt
kommen. Höchstens drei Sätze, am Ende eine Frage. Kein Produkt, keine
Ausrufezeichen, keine langen Gedankenstriche. Hier sind zwei Nachrichten
von mir als Beispiel für meinen Ton: [deine Beispiele]
```

In zwei Minuten zur eigenen Nachricht

Auch der beste Entwurf ist nur ein Anfang. Diese kurze Runde macht ihn zu deiner Nachricht.

  1. Laut lesen. Lies den Text halblaut vor. An jeder Stelle, an der du stockst oder grinsen musst, klingt er nicht nach dir.
  2. Kürzen. Streich alles, was nicht unbedingt nötig ist. Meistens kann die Hälfte weg.
  3. Ein persönliches Detail einfügen. Ergänze etwas, das nur ihr beide kennt. Eine gemeinsame Erinnerung oder etwas, das sie dir zuletzt erzählt hat. Das kann keine KI für dich erfinden.
  4. Satzzeichen prüfen. Ersetz lange Striche durch einen Punkt oder ein Komma. Lass höchstens ein Ausrufezeichen stehen, wenn es wirklich passt.
  5. Die Frage am Ende. Endet die Nachricht mit einer echten Frage, auf die man gern antwortet? Wenn nicht, ergänze eine.

Noch persönlicher: erst sprechen, dann schreiben

Ein einfacher Weg zu deinem eigenen Ton ist die Sprache. Sprich in dein Handy, was du der Person sagen willst, als würdest du eine Sprachnachricht aufnehmen. Lass dir das danach als Text anzeigen und kürze es.

So stammen die Worte von dir, und die KI hilft nur beim Aufräumen. Das Ergebnis klingt fast immer natürlicher als ein Entwurf, den die KI allein geschrieben hat.

Probier es heute (10 Minuten)

  1. Such dir eine Nachricht, die du seit Tagen vor dir herschiebst.
  2. Füg die Vorlage in einen KI-Chat ein und passe die fünf Angaben an.
  3. Mach mit dem Entwurf die Zwei-Minuten-Runde.
  4. Schick die Nachricht ab oder speichere sie für morgen.

Häufige Fragen

Wie bringe ich eine KI dazu, persönlicher zu schreiben? Beschreib deinen Ton und die Beziehung zur Person. Gib eine klare Länge vor und sag, was nicht in den Text soll. Zwei eigene Beispielnachrichten helfen zusätzlich.

Darf ich KI-Nachrichten unverändert verschicken? Du darfst, aber es lohnt sich selten. Unveränderte Entwürfe wirken oft fremd. Zwei Minuten Überarbeitung machen den Unterschied.

Woran erkenne ich, dass mein Text noch nach KI klingt? Lies ihn laut. Wenn du ihn so nie zu der Person sagen würdest, ist er noch nicht fertig. Achte besonders auf Floskeln am Anfang und auf zu viel Begeisterung.

Welche Angaben sollte ich der KI nicht geben? Keine Namen und keine privaten Geschichten deiner Kontakte. Für einen guten Entwurf reicht eine allgemeine Beschreibung der Situation.

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